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Warum wir Seife machen - Was wir bei Naturkosmetik wichtig finden

Published : 08.10.2017 08:31:15
Categories : Seifenblasen

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Seife können wir, wie alle anderen Kosmetikartikel, in jeder Drogerie, in jedem Kaufhaus und in jedem Supermarkt kaufen. Unserer Meinung nach, sollte der Kauf von Naturseife und anderer Naturkosmetik eine bewusste Entscheidung und Vertrauenssache sein. Denn mit einer Seife oder Creme, kommt die Haut täglich in Kontakt. Warum wir entschieden haben auf diese Industrieseifen zu verzichten und warum ihr das eventuell auch machen solltet, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Wie allles begann - Unser Weg zu Naturseife und Naturkosmetik

Alles begann mit Hautproblemen. An verschiedenen Stellen zeigten sich immer wieder schuppenartige Veränderungen der Haut, die mal nach einiger Zeit wieder verschwanden, manchmal auch ziemlich hartnäckig waren. Auch die Kopfhaut war immer wieder betroffen, was meist mit einem erhöhten Haarausfall einherging.

Der Arzt konnte keine medizinische Ursache für diese Hautveränderungen finden, hat meine Aufmerksamkeit aber auf zwei mögliche Ursachen gelenkt. Die Ernährung und Kosmetik- und Körperpflegeprodukte.

Da mein Küchenkobold schon seit Jahren darauf besteht praktisch alles aus frischen Zutaten selbst zuzubereiten, war relativ schnell klar (ok, ein paar Monate und verschiedene Experimente im Bezug auf das Weglassen ganzer Nahrungsmittelgruppen waren schon nötig ;-) ), dass eher die Körperpflege Produkte als Ursache in Frage kommen.

drei Seifen

Was alles in einer normalen Seife steckt

Mit dieser Erkenntnis begannen dann aber die eigentlichen Schwierigkeiten. Dann während man, vor allem, wenn man selbst kocht, weiß was auf den Tisch kommt, ist das bei Kosmetik leider anders. Zwar müssen alle Kosmetikprodukte entsprechend der europäischen Kosmetikverordnung gekennzeichnet sein, allerdings ist diese Kennzeichnung für Otto-Normalverbraucherin nicht sehr hilfreich.

Hier mal die Inhaltsangabe für eine typische Industrieseife:
Sodium Tallowate, Sodium Palmate, Aqua, Glycerin, Sorbitol, Hydrogenated Coconut Acid, Parfum, Aloe Barbadensis Leaf Juice Powder, Propylene Glycol, Tetrasodium Etidronate, Tetrasodium EDTA, Hexyl Cinnamal (ein synthetischer Duftstoff), CI 47005, CI 77289

Alles klar?

Wenn ihr nicht zufällig Chemiker oder Kosmetikexperte seid, wisst ihr nach der Lektüre der Kennzeichnung genauso viel über diese Seife wie vorher. Ich habe mal "übersetzt" was sich hinter den Fachbegriffen verbirgt:

  • Sodium Tallowate (verseiftes Rinderfett, für die Reinigungswirkung)
  • Sodium Palmate (verseiftes Palmöl, für die Reinigungswirkung)
  • Aqua (Wasser)
  • Glycerin (als Lösungsmittel für andere Stoffe und um die Festigkeit der Seife entsprechend der Vorstellungen des Herstellers zu beinflussen)
  • Sorbitol (bewahrt den gewünschten Feuchtigkeitsgehalt der Seife, beeinflusst die Geschmeidigkeit anderer in der Seife verwendeter Stoffe)
  • Hydrogenated Coconut Acid (industriell behandelte Kokosfettsäure für die Reinigungswirkung)
  • Parfum (ein nicht näher bezeichneter Duftstoffmix)
  • Aloe Barbadensis Leaf Juice Powder (Gefriergetrockneter Aloevera Saft)
  • Propylene Glycol (synthetisches Lösungsmittel)
  • Tetrasodium Etidronate (ein synthetisches Konservierungsmittel, das von vielen Experten als Bedenklich eingestuft wird)
  • Tetrasodium EDTA (ein synthetisches Konservierungsmittel, das von vielen Experten als Bedenklich eingestuft wird)
  • Hexyl Cinnamal (ein synthetischer Duftstoff)
  • CI 47005 (synthetischer Farbstoff)
  • CI 77289 (chromhaltiger Farbstoff)

Was fällt sofort auf, wenn man sich diese Liste ansieht? Bis auf die ersten beiden Bestandteile, trägt praktisch keiner der Stoffe zur wichtigsten Eigenschaft einer Seife, nämlich zu reinigen, bei. Die verseiften Fette und Öle sind es, die einer Seife die Reinigungskraft verleihen. Durch die Verseifung entstehen die reinigungsaktiven Substanzen, die sogenannten Tenside, mehr braucht es eigentlich nicht.

Warum ist in (industriell gefertigter) Seife dennoch eine so große Anzahl weiterer Stoffe und Substanzen?

Auf diese Frage gibt es zwei Antworten, von denen eine auch dazu führt, dass auch in handgemachten Natur-Seifen die ein oder andere Zutat ist, die nicht vordringlich der Reinigungswirkung oder Hautpflege dient.

Weil Seife auch schön aussehen und gut riechen soll!

Gerade wenn man eine Seife nicht nur zur reinen Reinigung einsetzt, also z.B. das Stück Kernseife an einem Waschbecken in einer Werkstatt, spielen Farbe und Duft eine große Rolle. Es gibt fast nichts Schöneres als sich unter der Dusche oder in der Wanne mit einem wundervoll duftenden Stück Seife einzuschäumen. Und oft ist ein schönes Stück Seife auch tatsächlich "nur" ein dekoratives Accessoire oder es sorgt für angenehmen Duft im Raum.

Das ist der Grund aus dem auch ich viele meiner Seifen färbe und bedufte. Das geht aber auch ohne synthetische Farb- und Duftstoffe!

Weil die Seife so billiger wird und einfacher zu produzieren ist!

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt warum ich das Wasser nicht zu den notwendigen Bestandteilen gezählt habe. Ganz einfach, weil das Wasser in Industrieseifen in der Regel unnötiger Weise zugesetzt wird einfach, weil es billig ist und damit die Produktionskosten senkt.
Das ist einer der vielen, kleinen Tricks. Jeder der sich ein wenig mit der Herstellung von Seife befasst hat weiß, dass für die Verseifung von Fetten und Ölen, Wasser und Natron (Sodium) benötigt wird. Daher denkt man sich natürlich nichts Böses, wenn man in so einer Liste dann auch Wasser wiederfindet. Allerdings werdet ihr in der Liste dort oben vergeblich nach "Sodium" suchen, das liegt daran, dass oft, nicht tatsächlich die verwendeten Rohstoffe aufgelistet werden, sondern schon fertige Vorprodukte. Statt also Rindertalg, Wasser und Natorn (Adeps Bovis, Aqua, Sodium Hydroxide) gibt man gleich "verseiftes Rinderfett" (Sodium Tallowate) an. Das Wasser, das für die Seife benötigt wird ist da dann aber eigentlich schon enthalten. Dennoch fällt das praktisch keinem auf, wenn man die Seife mit etwas Wasser streckt.

Was bei der handwerklichen Herstellung von Seife dann einfach nur zu einer deutlich verlängerten Reifungszeit oder einer zu weichen Konsistenz der Seife führen würde, gleicht die Industrie dann einfach mit ein paar weiteren Zusätzen aus, die den Feuchtigkeitsgehalt regulieren und dafür sorgen, dass die Seife dennoch die gewünschte Festigkeit hat bekommt und behält. Die durch die Wasserbeimengung verringerte Waschwirkung wird einfach ebenfalls durch die Zugabe entsprechender Zusätze wieder aufgepeppt. Und wenn man schon dabei ist, sorgt man mit ein paar Konservierungsstoffen gleich auch noch dafür, dass die Seife schön lange hält.

Es versteht sich von selbst, dass man, wenn man das alles schon gemacht hat, leichten Herzens darauf verzichtet, natürliche und unbedenkliche Farb- und Duftstoffe zu verwenden. Die sind erstens teurer und haben meist auch noch eine erheblich geringere "Wirkung" als synthetische Stoffe. D.h. die Seife wird viel bunter und sie riecht viel intensiver, wenn man mit etwas Chemie nachhilft.

Die Vorteile dieser Seifenrezepturen liegen praktisch ausschließlich auf Seiten der Hersteller. Die Seifen sind billig, lassen sich gut industriell fertigen und sehen trotz, zum Teil billigster Ausgangsstoffe, toll aus und duften intensiv.

Der große Nachteil dieser Methode ist, dass viele dieser Stoffe von Gesundheitsexperten als bedenklich, manche sogar als sehr bedenklich eingestuft werden. Und meine, wie auch die Erfahrung vieler anderer Menschen zeigen, dass diese Bedenken offenbar alles andere als unbegründet sind.

Was tun, wenn das Zutatengemisch konventionerller Seife für Probleme sorgt?

Als ich mir der Situation im Bereich der konventionellen Körperpflegeprodukte klar war, begann die Suche nach Lösungen. Die meisten der als besonders hautverträglich oder pflegend ausgelobten Seifenprodukte enthalten genauso viele und leider auch oft genauso bedenkliche Inhaltsstoffe. Einige Recherchen führten dann dazu, dass ich mein Glück mit einer reinen Olivenölseife probiert habe und siehe da, nach einigen Wochen der Eingewöhnung ließen die Hautprobleme nach und verschwanden schließlich ganz.

Bei der weiteren Beschäftigung mit dem Thema fand ich viele Rezepte, in denen beschrieben wurde, wie man z.B. aus einer Olivenölseife ein Haarshampoo machen kann und ich fand jede Menge Tipps und Informationen zur Herstellung von Natur- und Pflanzenseifen, die sich auch perfekt zur Gesichts- oder Haarpflege eignen.

Mir wurde klar, dass ich auf normale Seifen verzichten konnte und dass auch tun wollte.

Das Angebot an fertigen Seifen, die sich für unterschiedliche Einsatzzwecke eignen und die auf unnötige oder bedenkliche Inhaltsstoffe verzichten, war aber begrenzt und entsprach zum großen Teil auch einfach nicht genau diesen Ansprüchen. Daher habe ich mit das notwendige Knowhow angeeignet und vor mehr als fünf Jahren angefangen selbst Seife herzustellen.

Was in unserer Seife ist!

OlivenölseifeIhr fragt euch jetzt wie meiner Meinung nach eine gute Seife zusammengesetzt sein sollte? Ganz einfach zum Beispiel so:

  • Olivenöl (Olea Europaea Oil)
  • Wasser (Aqua)
  • NaOH (Sodium Hydroxide)

Wasser und Natron tauchen nur des halb überhaupt auf, weil ich auch das pflanzliche Öl einzeln aufführe. Die Kennzeichnung könnte auch einfach nur "Sodium Olivate" (also verseiftes Olivenöl) lauten. Ich bin aber der Meinung, dass jeder genau wissen sollte was in unserer Seife ist. Wir führen also immer jede Substanz, die wir bei der Herstellung unserer Seifen verwenden, einzeln auf, dennoch sind unsere Zutatenlisten sehr viel kürzer als die der meisten konventionellen Seifen.

Wie schon gesagt finde auch ich Aussehen und Duft einer Seife durchaus wichtig. Deshalb haben wir neben Seifen wie der reinen Olivenölseife oder unseren unbedufteten Soleseifen, natürlich auch solche mit Duft und Farbe im Angebot. Allerdings färben wir nur mit Tonerden oder pflanzlichen Stoffen wie Anatto und Indigo und wir bedurften ausschließlich mit ätherischen Ölen.

Selbstverständlich kann es auch bei der Verwendung natürlicher Rohstoffe zu Unverträglichkeiten kommen, da wir aber nicht naher beschriebene Stoffgemische oder synthetische Stoffe verzichten (das was sich oft hinter „Parfum“ versteckt), sind sie sehr, sehr viel seltener, leichter zu identifizieren oder sogar schon im Voraus vermeidbar (wer eine Allergie gegen Zitrusfrüchte hat, nimmt einfach keine Seife die mit ätherischem Orangenöl beduftet ist).

Genau das zeichnet meiner Meinung nach gute Naturseife und gute Naturkosmetik ganz allgemein aus, sie enthält nur was für die "Funktion" als Seife, Creme oder Deo notwendig ist und nichts, das nur der Kostensenkung oder der Vereinfachung der Herstellung dient.

Soviel zu unserem "Seifen-Konzept". In meinem nächsten Blogartikel geht es um Salz- und Sole-Seifen!

Bis bald,
eure Seifenhexe

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